Gebäudetechnikplaner/in 2017-10-26T09:48:35+00:00

Gebäudetechnikplaner/in

Gebäudetechnikplaner und Gebäudetechnikplanerinnen zählen zu den Einsteins unter den Handwerkern. Durch ihre genauen Berechnungen und ihren Blick für technische Details ist Mangel an Wasser, Luft oder Wärme kein Thema mehr.

Zahlenflair

Wenn du Gebäudetechnikplaner/-in werden willst, musst du vor allem Freude an Zahlen, Technik und am genauen Arbeiten haben, da sich dieser Beruf mit dem Planen und Berechnen von Anlagen oder Einrichtungen in den Fachrichtungen Sanitär, Heizung sowie Lüftung befasst.
Zudem zeichnest du dich durch Geschick im Umgang mit Bauherren, Architekten und Ingenieuren aus, denen du zu Beginn eines Bauprojektes beratend zur Seite stehst. Denn beim Neu- oder Umbau von Gebäuden aller Art müssen genaue Abklärungen vorgenommen und die jeweiligen Anlagen projektiert werden.

Auge fürs Detail

In einem nächsten Arbeitsschritt nimmst du die Detailbearbeitung in Angriff. Du führst dabei alle für die Ausführung notwendigen Berechnungen durch und zeichnest die Pläne für die Montage der Anlagen. Diese Pläne sind je nach Fachrichtung verschieden. Ein grosser Teil dieser beschriebenen Tätigkeit wird am Computer ausgeführt, da die Pläne mit Computer-aided Design (CAD) erstellt und Anlagenteile mit Softwareunterstützung ausgelegt werden.

Nach Fertigstellung der Pläne ist deine Anwesenheit als Gebäudetechnikplaner/-in in der Werkstatt oder auf der Baustelle gefordert. Dort hast du die Aufgabe, die Ausführungsdetails mit dem Montagepersonal, dem Architekten oder der Bauherrschaft zu besprechen und den Montageverlauf zu überwachen. Dies schafft weitere Abwechslung, zusätzlich zu den interessanten technischen Seiten des Berufes.

Weitere Infos findest du bei uns oder unter toplehrstellen.ch

Spezialisierung

Gebäudetechnikplaner/-in Sanitär

Als Gebäudetechnikplaner/-in der Fachrichtung Sanitär sorgst du für Hygiene und Komfort, indem du die Planung und Berechnung von sanitären Installationen durchführst. Neben der häufigen Arbeit am Computer hast du eine beratende Funktion bei Bauherren, Architekten und Ingenieuren, was die sanitären Einrichtungen angeht. Deshalb musst du als Haustechnikfachmann oder -fachfrau alle Normen und Vorschriften kennen, die für das Erstellen von sanitären Installationen beachtet werden müssen. Das Wissen über verschiedene Materialien und Systeme hast du dir ebenfalls angeeignet, und über Angebote der Armaturen- und Apparatehersteller bist du bestens informiert. Zudem beherrschst du moderne Technologien wie Sonnenkollektorensysteme oder Wärmerückgewinnung. Deine Arbeit beschränkt sich somit nicht nur darauf, Wasser ins Haus zu bringen, sondern du leistest auch einen wichtigen Beitrag zum Energiesparen.

Gebäudetechnikplaner/-in Heizung

Als Gebäudetechnikplaner/-in der Fachrichtung Heizung sorgst du für behagliche Wärme, indem du die Planung und Berechnung von Heizungsanlagen sowie von wärmetechnischen Installationen durchführst. Neben der häufigen Arbeit am Computer hast du eine beratende Funktion bei Bauherren, Architekten und Ingenieuren, wobei jeweilige Heizungsanlagen projektiert werden. Dafür musst du alle Heizungssysteme kennen und aus einem vielfältigen Angebot den zweckmässigsten Energieträger ermitteln. Dabei prüfst du als Gebäudetechnikplaner/-in die Einsatzmöglichkeiten von erneuerbaren Energien und trägst auf diese Weise mit deiner Arbeit viel zum Umweltschutz bei.

Gebäudetechnikplaner/-in Lüftung

Als Gebäudetechnikplaner/-in der Fachrichtung Lüftung sorgst du für ein angenehmes Klima, zu dem du durch Planung und Berechnung von raumlufttechnischen Anlagen beiträgst. Am Anfang dieser Tätigkeit steht die Beratung von Bauherrschaft und Architekt. Dabei werden Lüftungs- und Klimatisierungsmöglichkeiten besprochen sowie alle Grundlagen und Bedingungen genau festgelegt. Danach müssen die Grössen der Apparate und Anlagenteile berechnet werden, was grösstenteils am Computer stattfindet; das gilt auch für das Einzeichnen der Lüftungen im Grundrissplan des Architekten. Es kann aber auch vorkommen, dass Handskizzen erstellt werden müssen, was dieser Fachrichtung eine kreative Seite verleiht. Am Schluss deiner Tätigkeit stehen die Prüfung der fertig montierten Anlage und das Erstellen einer Betriebsanleitung. Oft musst du das Bedienungspersonal in der Handhabung der jeweiligen Apparate instruieren, was eine weitere Herausforderung des Berufes darstellt.

Die Ausbildung

Mathematik, Physik, Baukonstruktionstechnik, Chemie, Informatik, Elektrotechnik. Diese und viele weitere Themen sollten dich auf dem Weg zur Berufsfrau oder zum Berufsmann interessieren.

Voraussetzung

  • Abgeschlossene Volksschule

Ausbildung

  • Dauer der Lehre: 4 Jahre
  • Praktische Ausbildung: in einem ausführenden Betrieb für Sanitär-, Heizungs- resp. Lüftungsinstallationen oder in einem Ingenieurbüro für Haustechnik, ergänzt durch überbetriebliche Kurse und ein Praktikum im Magazin, in der Werkstatt und auf der Baustelle
  • Theoretische Ausbildung: pro Lehrjahr 1 Tag pro Woche an der Berufsschule, ergänzt durch Blockkurse.
  • Fächer: Mathematik, Physik, Chemie, Werkstoffkunde, Fachkunde, Elektro- und Regeltechnik, Informatik, Baukonstruktionstechnik, Sprache und Kommunikation, Gesellschaft, Turnen und Sport

Berufsmaturitätsschule

Wenn du in der Schule gute Leistungen bringst, kannst du die Berufsmaturitätsschule – kurz BMS genannt – besuchen und die Berufsmatura machen. Dies kannst du aber auch noch nach der Lehre nachholen.

Abschluss

Das bestandene Qualifikationsverfahren gibt Anrecht auf das eidgenössische Fähigkeitszeugnis im erlernten Beruf als:

  • Gebäudetechnikplaner/in Heizung EFZ
  • Gebäudetechnikplaner/in Lüftung EFZ
  • Gebäudetechnikplaner/in Sanitär EFZ

Und damit hast du gute Chancen in der Berufswelt oder eine ideale Basis für Weiterbildung.

Bedingung

Aber nur, wenn du hinter die untenstehenden Punkte – wenn man ehrlich zu sich selbst ist – ein Plus setzen kannst, wirst du eine interessante Lehrstelle finden und später auch Freude am Beruf haben.

Du brauchst:

  • Talent für Rechnen und Mathematik
  • Technisches Verständnis
  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Kreativität bei der Lösung von praktischen Problemen
  • Praktisches Organisationstalent
  • Selbstständigkeit und Zuverlässigkeit
  • Teamfähigkeit und Kollegialität

Die Schnupperlehre

Eine Schnupperlehre bringt Klarheit darüber, ob dir der Beruf überhaupt Spass machen könnte. Und darüber, ob du mit den Leuten im Betrieb für mindestens drei Jahre klarkommst.

Deshalb keine Entscheidung ohne Schnupperlehre. In der Schnupperlehre machst du spannende praktische Erfahrungen und lernst die wichtigsten Arbeiten und typische Berufsleute kennen. Und du triffst vielleicht deinen künftigen Lehrmeister oder deine Lehrmeisterin. Erst in der Schnupperlehre kannst du selbst prüfen, ob die Vorstellungen, die du dir von deinem möglichen Beruf und deiner Lehrfirma gemacht hast, wirklich richtig sind. Mit einer Schnupperlehre bereitest du deine Entscheidung für deinen Beruf bestens vor.
Auch Lehrfirmen sind froh, wenn sie dich als möglichen Lehrling zuerst kennen lernen dürfen. Für eine spätere Bewerbung ist es oft von Vorteil, wenn dich eine Firma, ein Lehrmeister oder eine Lehrmeisterin bereits aus einer Schnupperlehre kennen.

Wie du eine Schnupperlehrstelle findest? Da gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Mach dich schlau, wer in deiner Gemeinde oder Region Gebäudetechnikplaner/-innen ausbildet: Hier findest du den Link zu den suissetec Fachbetrieben: toplehrstellen.ch/lehrstellensuche
  • Sonst kannst du auch einfach im Telefonbuch oder im Twixtel nachschauen.
  • Und dann einfach anrufen und fragen.
  • Hier bekommst du zudem weitere Informationen zum Thema Schnupperlehre von der Berufsberatung: http://lehre.admin.ch.

Die Weiterbildung

Kursangebote gibt es in den Bildungszentren von suissetec, an örtlichen Berufsfachschulen und Fachschulen oder in regionalen Bildungszentren.

Weiterbildungsangebote

Kursangebote gibt es in den Bildungszentren von suissetec, an örtlichen Berufsfachschulen und Fachschulen oder in regionalen Bildungszentren.

Verkürzte Grundbildung

Es besteht die Möglichkeit, eine verkürzte Lehre in einem anderen Beruf des Berufsfeldes „Gebäudetechnikplanung“ (Heizung, Lüftung, oder Sanitär) zu absolvieren.

  • Kälteplaner/-in EFZ
  • Berufsprüfung (eidg. Fachausweis)
  • Energieberater/-in Gebäude, Projektleiter/-in Gebäudetechnik
  • Höhere Fachprüfung (eidg. Diplom)
  • Sanitärplaner/-in mit eidg. Diplom
  • Höhere Fachschulen (HF)
  • Dipl. Techniker/-in HF mit den Studienrichtungen:
  • Heizungs-, Kälte-, Lüftungs- und Sanitärtechnik
  • Gebäudeautomation
  • Fachhochschulen (FH)

Bachelor of Science FH in Gebäudetechnik mit den Studienrichtungen:

  • Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik (HLK)
  • Heizungs- und Sanitärtechnik (HS)
  • Master of Science in Engineering (MSE)

Nachdiplomstudium

Nachdiplomstudium an Höheren Fachschulen oder an Fachhochschulen

  • Lehrtätigkeit
  • Ausbildung zum/zur Lehrbeauftragten oder zum Fachlehrer/zur Fachlehrerin